Produktivität Technik/Hack

Pomodoro Technik – Steigere Qualität sowie Quantität deiner Produktivität

Pomodoro Technik macht produktiv
Veröffentlicht von Kevin Manthey
 

Wie bei jeder Tätigkeit spielt auch bei der Produktivität die richtige Technik eine wesentliche Rolle für maximalen Erfolg. Eine sehr beliebte Variante nennt sich Pomodoro. Damit erlangst du den nötigen Fokus und setzt deine Vorhaben innerhalb kürzester Zeit um. Erfahre in diesem Artikel, was sich hinter der Pomodoro-Technik versteckt, warum es funktioniert und wie du sie in deinen Arbeitsalltag integrierst!

Pomodoro: Hintergrund und Definition

Falls du ein wenig Italienisch sprichst, wunderst du dich sicherlich warum ausgerechnet ein Fruchtgemüse den Namensgeber dieser Technik spielt. Richtig: Übersetzt du Pomodoro auf Deutsch, spuckt der Translator dir „Tomate“ aus. Schuld trägt der Italiener Francesco Cirillo, der diese Technik erfunden hat – mithilfe einer herkömmlichen Küchen- oder auch Tomaten-Uhr.

Doch eine Küchenuhr ist gar nicht notwendig, um diese Technik selbst einzusetzen. Es funktioniert mit jedem Timer deine Wahl. Anfangs nutzte ich noch die Online Version. Mittlerweile frage ich einfach nur meine Smartwatch per Google Assistant.

So einfach die Voraussetzung, so simpel gestaltet sich die Umsetzung. Denn im ersten Schritt stellst du lediglich den Timer auf 25 Minutendann heißt es produktiv sein! Und zwar solange, bis dich der Weckruf aus deiner Konzentration reißt.

Ich verspreche dir:

Du wirst überrascht sein, wie schnell diese Einheit verfliegt und vor allem, wie viel du in dieser kurzen Zeit schaffst.

Runde 1: 25 Minuten produktiv + 5 Minuten Pause

Nach den 25 Minuten, erholst du dich für 5 Minuten. Verlasse dabei deinen Arbeitsplatz und warte, bis du wieder arbeiten darfst. Das ist wichtig, um auf Dauer produktiv zu bleiben. Anfangs mag diese Unterbrechung stören. Doch mit der Zeit entdeckst du die damit verbundenen Vorteile.

Vielleicht schenkst du dir etwas Kaffee nach oder gehst für einen kurzen Moment an die frische Luft. Wichtig ist dabei, dass du deine Gedanken von der Arbeit löst. Nach der kurzen Erholungspause geht es weiter zur nächsten Runde.

Wiederhole diese beiden Schritte, bis du 4 Einheiten absolviert hast. Jetzt ist es höchste Zeit für eine etwas längere Pause. Genaugenommen liegt die Empfehlung bei 30 Minuten. Hast du dich ausreichend erholt, geht es wieder von vorne los.

Pomodoro – kurz zusammengefasst

  1. Schreibe auf, was du erledigen willst
  2. Beseitige ALLES was dich stören könnte
  3. Stelle einen Timer auf 25 Minuten
  4. Sei produktiv bis der Wecker klingelt
  5. Ruhe dich 5 Minuten aus und arbeite weiter
  6. Mach nach 4 Einheiten eine längere Pause (30 Minuten)

Warum es deine Produktivität steigert

Die Zeit verfliegt wie im Flug und die 5-Minuten-Pause tut wirklich gut. So kommt man nicht aus dem Rhythmus und ein kurzes Durchatmen bringt neue Motivation, Ideen oder Inspiration für die folgende Pomodoro-Einheit.

Selbst wenn ich kaum Motivation habe, brauche ich mir nur den Timer auf 25 Minuten stellen. Irgendwie kommt man immer wieder in den nötigen Rhythmus. Dabei ist ein gewohntes Setting hilfreich und beschleunigt diesen Flow-Zustand. Denn dein Gehirn weiß dank der Vertrautheit schon bestens Bescheid, was zu tun ist. Weiter unten stelle ich dir mein persönliches Pomodoro-Setting vor.

Für wen die Pomodoro-Technik Sinn macht

So einfach die Technik, so zahlreich die Möglichkeiten, sie zu nutzen. Folgende Liste ist nicht vollständig. Sei kreativ und probiere Pomodoro für alles Mögliche im Alltag aus!

Für jeden, der die Pausen vergisst

Du kennst das bestimmt auch. Man sitzt am Schreibtisch. Produktiv wie eh und je. Die Uhr rennt und rennt. Du arbeitest Aufgabe nach Aufgabe ab. Flow hat die vollkommene Kontrolle über dich gewonnen. Du denkst: „Noch 10 Minuten. Dann mach ich eine Pause“. 20 Minuten später „Okay, gleich“.

So vergehen die Stunden und zwischendurch findet nicht viel Bewegung statt. Auf Dauer ist dies nicht sonderlich gesund. Studien beschreiben sitzen bereits als das neue Rauchen. Kein Wunder, denn wir sitzen heutzutage mehr denn je. Eine enorme Belastung für den Rücken. Schließlich hat die Natur unseren Körper nicht dazu geschaffen, damit wir stundenlang am Schreibtisch sitzen.

An dieser Stelle kommt Pomodoro ins Spiel. Halte dich an die Intervalle und bewege dich in den Pausen ein wenig. So sorgst du für Entlastung. Rückenschmerzen tauchen im Laufe des Tages seltener auf und du bist langfristig produktiver!

Artikel und Texte schreiben mit Pomodoro

Den Großteil meiner Texte schreibe ich mit Pomodoro. Laut meinen Aufzeichnungen schaffe ich im Schnitt ca. 700 Wörter pro Einheit. Nach spätestens 3 Einheiten habe ich ein gutes Gerüst, aus dem ich meinen Artikel fertige. Mir persönlich hilft es vor allem einfach zu starten. Eigentlich liebe ich es zu schreiben – zumindest in dem Moment, in dem ich auch schreibe. Manchmal fällt mir die Überwindung schwer. Mithilfe von Pomodoro überwinde ich diese „Hürde“ regelmäßig.

Erfahre in meinem Artikel zum täglichen Schreiben alle damit verbundenen Effekte!

Lernen für Schule, Studium & Co.

Viele Berichte im Internet zeigen wie gut sich die Technik zum Lernen eignet.  Auch ich habe eine Zeit lang mein Fernstudium mit Pomodoro vorangebracht. Insbesondere bei komplexeren Lerngebieten macht dies durchaus Sinn. Schaffe dir im Vorfeld ein Überblick und arbeite dich mit Pomodoro durch die Lerneinheiten!

Whirlwind Aufgaben

Unter Whirlwind Aufgaben verstehst du sämtliche kleine, eher lästige Aufgaben. Diesen Begriff habe ich aus 4 Disciplines of Execution* übernommen. Dazu zählen Tasks aller Art. Insbesondere das Beantworten oder Sortieren von E-Mails. Die Abarbeitung deiner Papierablage. Halt alle kleinen zeitraubenden Aktivitäten, die irgendwann mal gemacht werden müssen.

Vorbereitung einer Pomodoro Produktivitätseinheit

Um das höchste Produktivitätslevel zu erreichen ist Fokus ausschlaggebend.

Dir ist sicherlich schon bewusst, was dies für dein Smartphone bedeutet, oder?

Flugmodus! 

Lass diese Störung nicht zu. Denn um wieder auf das gleiche Konzentrationsniveau zu kommen, sind 8 Minuten notwendig. Sprich: bevor du überhaupt wieder im Flow-Modus bist, ist die Zeit fast schon wieder abgelaufen.

Genau dies gilt es zu verhindern.

Da in unserer Zeit das Smartphone die größte Ablenkung darstellt, ist dies schon ein großer Schritt in die richtige Richtung. Dennoch kann auch dein Arbeitsmittel wie der Laptop oder PC dich aus dem Fokus reißen. Dank der immer häufiger vorkommenden Push-Benachrichtigung hat sich direkt der nächste Fokus-Feind etabliert. Entweder blockierst du diese komplett (so wie ich) oder du deaktivierst einfach die Internetverbindung.

Alle weiteren Ablenkungen gilt es ebenfalls zu beseitigen. Ich denke, wie du am besten in deinen Produktivitäts-Modus verfällst, weißt du selbst am besten. Dennoch stelle ich dir kurz mein persönliches Pomodoro-Setting vor. Vielleicht sammelst du dadurch weitere Inspiration.

Mein persönliches Pomodoro-Setting

Ich benutze die Pomodoro-Technik immer dann, wenn ich mir einen ausführlichen Text als Aufgabe setze. Mittlerweile weiß ich schon im Vorfeld, wie viele Pomodoro-Einheiten ich für den Artikel benötige. So plane ich einen gut strukturieren Arbeitstag. Denn ich weiß durch meine Aufzeichnungen genau, wie viel Zeit mich die Recherche, das Schreiben oder die Korrektur kostet.

Ich mag das Prinzip des leeren Schreibtisches. Bevor ich anfange zu arbeiten, ist die Tischplatte demnach ohne jeden Gegenstand. Dazu fülle ich meine Arbeitsfläche mit:

  • Einem Laptop
  • Ein Notizbuch und Stift für spontane Einfälle
  • Etwas zu trinken

Das war es schon. Per Sprachsteuerung starte ich meinen Timer und los geht’s. Außerdem bereite ich jede Einheit vor.

So:

  • schreibe ich auf, was ich erledigen werde,
  • spiele konzentrationssteigernde Musik ab und
  • beseitige jede mögliche Ablenkung.

Dabei empfehle ich dir ein separates Notizbuch für deine Pomodoro-Einheiten anzulegen. Ob digital oder in Papierform spielt keine große Rolle. Wichtig ist, dass du deine Arbeiten festhälts, damit du im Nachhinein feststellst, wie sehr dich diese Technik hinsichtlich deiner Arbeitsweise voranbringt. Es mag auch sein, dass Pomodoro überhaupt nichts für dich ist. Daher ist die Dokumentation äußerst wichtig.

Nachdem ich eine Einheit abgeschlossen habe, hake ich den Punkt auf meiner Liste ab. So bekommst du laufend kleine Erfolgsgefühle. Denn schließlich hast du etwas geleistet. Mit dem Haken signalisiert du deinem Gehirn indirekt: ich war produktiv, belohne mich mit etwas Dopamin!

Apps & Tools die bei der Umsetzung helfen

Um die Vorteile der Pomodoro Technik zu nutzen stehen dir zahlreiche Apps zur Verfügung. Neben der klassischen Variante mit Stift, Papier und Tomaten-Uhr gibt es heute weitere nützliche Tools. Dabei solltest du nicht vergessen, dass Produktivität im Vordergrund steht.

Smartphone Apps

Im Google Play Store befinden sich eine große Anzahl an Apps. Im Grunde unterscheiden sich die meisten nur bedingt. Schließlich ist Pomodoro so einfach umgesetzt, dass es keine komplizierte Applikation braucht. Speziell für diesen Artikel habe ich ein paar Apps getestet. Am besten gefällt mir „Goodtime“. Vor allem aufgrund des sehr simplen und modernen Desgins. Abseits der Einstellungen zeigt der folgende Screenshots bereits die gesamte App:

Pomodoro Timer für dein Smartphone
Goodtime: Pomodoro Timer App

Dein Smartphone birgt hingegen auch die Gefahr der Ablenkung. „Nur mal kurz die Mails checken“ geschieht oft schon unbewusst. Nutze daher unbedingt deinen Flugmodus. Oder noch besser: leg dein Smartphone direkt außerhalb deiner Reichweite und nutze andere Tools.

Browser Erweiterung

Mithilfe einer Browser-Erweiterung fängst du direkt zwei Pokemon mit nur einem Ball. Denn einerseits stellt die vorgestellte Erweiterung dir einen automatischen Timer. Noch besser: dir wird für diese Zeit der Zugang zu fokusraubenden Webseiten genommen. Natürlich hast du nach Abschluss wieder den vollen Zugriff.

Pomodoro Chrome Erweiterung App Strict Follow
Öffnest du eine ablenkende Webseite, kommt diese Meldung

Webseiten Apps

Selbstverständlich sind auch zahlreiche Webseiten online, die lediglich den Zweck haben, dir einen 25 Minuten Timer zu stellen. Falls du gerade keine Küchenuhr bzw. Smartphone zur Hand hast, ist dies eine nette Alternative.

Digitale Sprachassistenten

Noch einfacher geht’s per Sprachsteuerung. Egal ob Siri, Alexa oder Google Assistant – sie alle stellen dir einen 25 Minuten Countdown. Auf meiner Huawei Watch 2 ist Google Assistant integriert. Da ich sie eh jederzeit am Handgelenk trage und mein Smartphone aus Gewohnheit bereits lautlos und weit entfernt ist, ist dies die angenehmste Variante für mich.

Fazit: Produktivier mit Pomodoro

Seitdem ich nun über ein Jahr lang regelmäßig mit der Pomodoro Technik gearbeitet habe, ziehe ich ein sehr positives Zwischenfazit. Dank meiner Aufzeichnungen sehe ich genau, welche und wie viele Aufgaben ich erledigt habe. Neuerdings habe ich bei der Artikelarbeit auch die Wortanzahl notiert. Mittlerweile reicht es aus, den Pomodoro Timer auf 25 Minuten zu stellen und passende Musik abzuspielen, um die Gewohnheitsschleife auszulösen. Produktivität per Knopfdruck!

Wie hast du vor die Pomodoro Technik in deinen Arbeitsalltag einzubauen? Falls du sie bereits kennst und nutzt, dann erzähl mir von deinen Erfahrungen in den Kommentaren!

Über den Autor

Kevin Manthey

Steht auf Optimierungen und mag es produktiv zu sein. Manchmal aber auch nicht. In seinem Blog erfährst du, ob er in letzter Zeit wirklich produktiv war oder schon wieder die Zeit verschwendet!

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Pomodoro Technik – Steigere Qualität sowie Quantität deiner Produktivität

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