Produktivität Schreiben

Wie tägliches Schreiben Deinem Leben eine Richtung gibt

Taeglich Schreiben gibt deinem Leben eine Richtung
Veröffentlicht von Kevin Manthey

Das leere Blatt starrt dich beharrlich an.

Gedanken stocken und lassen den noch eben in uns aufgestiegenen Tatendrang verblassen. Worte scheinen wie blockiert und an komplette Sätze ist noch gar nicht zu denken.

Viele sitzen vor dem leeren Dokument und wissen nicht, was sie schreiben sollen. Im schlimmsten Fall herrscht Unsicherheit vor, ob es das Geschriebene überhaupt wert ist.

Dabei ist es nicht schwer, tägliches Schreiben in den Alltag zu integrieren. Aus verschiedenen Gründen ist es gar erstrebenswert.

In diesem Artikel möchte ich dir die Angst vor dem Schreiben nehmen und dich dazu motivieren, mit täglichem Schreiben zu beginnen. Sofern du Interesse am Schreiben hast. Doch auch wenn nicht, lohnt es sich mit dem Thema zu befassen.

Tägliches Schreiben bringt viele Vorteile mit sich, die sich auf verschiedene Lebensbereiche positiv auswirken.

Erfahre in diesem Artikel mehr über die positiven Effekte der täglichen Schreibübung, wie du mit dem Texte schreiben beginnst und über was du schreiben kannst. Damit das Blatt in Zukunft keine Zeit mehr hat dich penetrant anzustarren und „Schreibblockade“ für dich zum Fremdwort wird.

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Warum tägliches Schreiben sinnvoll ist

Tägliches Schreiben hat mitunter viele Vorteile.

Vor allem wenn du beruflich Texte schreibst oder dich als Autor/in positionieren möchtest, ist die tägliche Schreibeinheit ein gelungenes Mittel, um voranzukommen.

Durch tägliches Schreiben verbessern wir laufend unsere Schreibtechnik. Vielleicht fällt es uns nicht auf. Doch wenn wir alte Texte lesen wird uns der Fortschritt meistens bewusst.

Doch auch wenn du keinen professionellen Weg planst, wirkt sich tägliches Schreiben enorm positiv auf deinen Alltag aus und gibt deinem Leben eine Richtung vor.

Letztlich können wir nur dazu lernen, wenn wir umsetzen und das möglichst langfristig. Gewohnheiten sind in jeder Hinsicht ein gutes Mittel, um dies zu realisieren. Dies gilt auch für tägliches Schreiben.

Haben wir die Gewohnheit erstmal verinnerlicht, möchten wir die tägliche Schreibpraxis garantiert nicht mehr missen.

(1) Tägliches Schreiben steigert Produktivität

Richtig umgesetzt bietet tägliches Schreiben eine gute Möglichkeit, die Produktivität zu steigern.

Einerseits erarbeiten wir uns die Fähigkeit, jederzeit schreiben und Texte abliefern zu können. Ohne, dass wir im Vorfeld großartig Gedanken verschwenden müssen. Es gibt eben immer etwas zu schreiben und sobald tägliches Schreiben zur Gewohnheit wurde, wirst du dies auch erkennen.

Texten hat in meiner Morgenroutine einen festen Platz.

So stelle ich mir einen Wecker, setze Kopfhörer auf und lasse die Wörter fließen.

Zu diesem Zwecke bereite ich einmal pro Woche ein paar Word-Dokumente mit Artikeln vor, die mich derzeit reizen. Ich befülle die Dokumente mit den Zwischenüberschriften sowie Stichwörtern, die ich zuvor festgelegt habe. Morgens wähle ich eine Datei aus, orientiere mich an den Notizen und schreibe drauf los.

Im Laufe des Tages überarbeite ich die Textpassagen und nutze sie für meine Projekte. Dabei wähle ich stets Themen, die sich ohne Recherche schreiben lassen. Diese erfolgt erst bei der Nachbearbeitung. Es ist wichtig beim Schreiben nicht unterbrochen zu werden.

Zwischendurch recherchieren ruiniert den Fokus.

Wenn ich nicht weiterweiß, gehe ich über zum nächsten Stichwort und lasse die Textstelle frei. Textlücken lassen sich auch später füllen.

Nach gewisser Zeit des täglichen Schreibens schreibst du mühelos Großteile eines Artikels oder Textes fließend. Ein fließender Schreibstil trägt obendrauf zur Natürlichkeit deiner Texte bei.

(2) Erhöhe deine Gedächtnisleistung

Während du schreibst, stimuliert dies im Gehirn bestimmte Zellen des ARAS.

Dieser Bereich entscheidet quasi, welche Informationen wichtig genug sind, um diese im Gedächtnis zu speichern. Durch das Schreiben über bestimmte Erlebnisse überzeugst du dein Gehirn, dass diese Information wichtig ist. Je öfter du diese Information niederschreibst, desto stärker prägt es sich ins Gedächtnis.

Diese Infografik erklärt dir weiteres.

(3) Stärkung der Immunzellen

Dieser Punkt kommt überraschend, oder?

Forscher der Universität Texas haben herausgefunden, dass regelmäßiges Schreiben die Abwehrkräfte der T-Zellen erhöht, welche eine immense Rolle im menschlichen Immunsystem spielen.

Weiteres aus der Wissenschaft.

(4) Probleme lösen

Schreiben hilft dir dich strukturiert mit einem Thema deiner Wahl auseinander zu setzen. Oft offenbart es etwas Unbedachtes und bringt dich näher an eine Lösung eines Problems oder zeigt dir gar den Lösungsansatz auf.

Bessere und vor allem durchdachtere Entscheidungen gelingen durch simples Aufschreiben.

Es kann auch durchaus vorkommen, dass du sogar neue Fragen zu herkömmlichen Alltagssituation entdeckst – und sie im Nebensatz beantwortest. Es bringt nicht viele mögliche Lösungsansätze mit Gedankengängen zu umzingeln. Die besten Lösungen ergeben sich in Momenten, in denen du Problemen die Aufmerksamkeit schenkst. Freies und tägliches Schreiben wirft dir nützliche Antworten zu, fange sie!

Ich erlebe das Schreiben nicht als Monolog… Schreiben bringt Fragen zum Vorschein, an die ich nicht gedacht hatte. Schreiben bietet mir eine neue Perspektive, eine andere und gewinnendere Art, die Dinge zu betrachten.

Julia Cameron

Weitere Vorteile kurz zusammengefasst

  • Entwicklung eines eigenen Schreibstils (beeinflusst ebenfalls die Art, wie du sprichst)
  • Verbesserung der Rechtschreibung
  • Erweiterung deines Vokabulars
  • bekannte Worte wandern vom passiven in den aktiven Wortschatz
  • Jederzeit schreiben können

Täglich schreiben: Wie du beginnst

Nachdem (mit Pausen) einige Jahre tägliches Schreiben Teil meines Alltags ist, bemerke ich eine deutlich gestiegene Leichtigkeit in meinen Texten gegenüber Schreibarten der vorherigen Jahre.

Mit Leichtigkeit Texte zu verfassen ist eine Eigenschaft, die auch elementar für die Berufswelt ist und dir Vorteile verschafft.

Aus meiner Erfahrung haben viele Kollegen Probleme, Briefe oder E-Mails zu verfassen bzw. überhaupt zu beginnen. Durch regelmäßiges Texte Schreiben umgehst du dieses Problem. Es gibt halt immer mehrere Optionen etwas zu schreiben.

Man muss es nur tun.

Herrmann Scherer schrieb einmal:

Zitat tägliches Schreiben
Tägliches Schreiben darf unperfekt sein

Perfektion hindert dich an der Umsetzung!

Beim täglichen Schreiben geht es nicht um eine saubere Gliederung. Sogar Satzbau und Grammatik spielen eine Nebenrolle.

Es geht einfach darum zu schreiben.

Bis die als Ziel gesetze Wortzahl erfüllt ist.

Nimm dir für den Anfang erst einmal 200-300 Wörter vor.

Eine zu hohe Zahl wirkt abschreckend und kann vor allem nach der Anfangsmotivation für Blockaden sorgen.

Beginne klein, doch steigere dich langsam sobald du den Hauch einer Routine spürst.

Wie oft du schreiben musst, damit eine Gewohnheit entsteht

Wie lange es dauert, bis sich eine Gewohnheit aufbaut ist unterschiedlich. Bei manchen Menschen braucht es nur 21 Tage bis die Gewohnheit halbwegs routiniert abläuft. Anderen hingegen benötigen deutlich länger.

Verschiedene Studienergebnisse deuten auf einen Zeitraum zwischen 20-60 Tagen.

Das Schöne daran: hast du diese Gewohnheit erst einmal tief etabliert, ist sie für immer vorhanden.

Je öfter du schreibst, desto stärker festigt sich die Gewohnheit. Nach Schreibpausen brauch es nur einen kleinen Anstoß, bis die Gewohnheit wieder übernimmt.

Schuld tragen Basalganglien, die maßgeblich unsere Gewohnheiten und somit täglichen Abläufe wie Zähneputzen oder Autofahren steuern.

Unser Gehirn arbeitet so effizient wie möglich und nutzt zu diesem Zweck die Basalganglien.

Ein kleiner vertrauter Auslöser reicht aus damit die Basalganglien übernehmen und alles nimmt vollautomatisch seinen Lauf. Letztlich entscheidet das was du täglich machst über deine Gewohnheiten und somit über dein gesamtes Leben.

Nutze diesen Effekt und steuere dich selbst in die gewünschte Richtung!

2 Techniken die tägliches Schreiben erleichtern

Was auch immer du machen möchtest: die richtige Technik ist ausschlaggebend wie erfolgreich du dein Vorhaben in die Tat umsetzt.

Pomodoro

Für Produktivität ist eine Sache enorm wichtig:

Fokus.

Da gibt es nur ein Problem. Die moderne Welt raubt uns sekündlich unseren Fokus auf das Wesentliche und hat eine Umgebung voller schöner Ablenkungen geschaffen. Daher lautet die Devise: abschotten und Tunnelblick.

An dieser Stelle kommt die Pomodoro-Technik ins Spiel. Kurzgesagt stellst du dir einen Timer auf 25 Minuten. Zuvor schaffst du JEDE Ablenkung (ja, auch dein Smartphone) aus deiner Reichweite und schreibst du auf, was du in diesem Zeitraum zu erledigen hast.

Nach Ablauf der Zeit machst du  5 Minuten Pause. Bewege dich etwas und atme tief durch. Dann wiederholst du den Vorgang bis du schließlich nach der vierten abgeschlossenen Einheit eine längere Pause einlegst.


Mehr Information rund um die Tomatenuhr Technik:

Zum Blog Artikel Pomodoro Technik


Oftmals bin ich überrascht, wie schnell 25 Minuten Einheiten vergehen. Ein hervorragendes Zeichen für Fokus und einen Flow-Zustand!

Freies Schreiben/Freewriting

Wo wir schon beim Thema Flow sind, stelle ich dir direkt mal meine Lieblingstechnik vor, um den Flow in dir so richtig zu entfachen!

Was das Schreiben angeht, nutze ich Freewriting.

Im Grunde bedeutet dies, dass du für eine gewisse Zeit schreibst.

Fokussiert.

Ohne Pause.

Schreibst du auf Papier, setzt du den Stift nicht ein einziges Mal ab. Fällt dir nichts ein, malst du einfach Kreise. Somit bringst du dich selbst wieder dazu Worte zu schreiben.

Da ich am Laptop tippe, nehme ich die Finger in der Zeit nicht einmal von der Tastatur und tippe durchgehend bis ich die 1000 Worte erreicht habe.

Freies Schreiben muss nicht perfekt sein.

Im Gegenteil.

Vermutlich wirst du diese Texte nicht einmal lesen.

Wenn mir nichts Spontanes einfällt, schreibe ich einfach über meine Umgebung. Wie gut mir der Kaffee schmeckt oder wie schön die Aussicht von meinem Schreibtisch auf die zentralstädtische und zugleich traumhaft ruhige Umgebung ist.

Wie schon beschrieben, spielt der Inhalt eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es darum, dass du in einen Flow-Zustand gerätst und die Worte sich nach und nach reihen. Solange bis die Quelle erschöpft ist.

Tägliches Schreiben in der Praxis

Um die Routine beizubehalten bedarf es etwas Vorbereitung. Vielleicht hilft es dir, wenn du dir zuvor ein Thema zurechtlegst, über das du schreiben möchtest. Daher notiere ich mir in meinem Alltag offene Fragen oder Stichpunkte zu kommenden Artikeln.

Lasse dich im Vorfeld gedanklich auf dieses Thema ein und überlege dir bereits einen Teil des Inhalts. Ein kleiner Teil reicht aus. Beim Schreiben öffnet sich die „Schublade“ von ganz allein, in der sich das jeweilige Wissen versteckt.

Ich persönlich wundere mich regelmäßig, wie schnell sich meine Worddokumente füllen.

Mein Setting beim täglichen Schreiben am Laptop

Insbesondere wenn ich einfach nur Impulsen folge. So möchte ich mir nur einen guten Satz oder eine Idee notieren und plötzlich habe ich einen nahezu vollwertigen Text mit 500 Wörter vor mir.

Optimale Umgebung für den Schreibfluss

Um das zu erreichen hilft dir eine Umgebung, die wie für dich geschaffen ist. Das kommt ganz auf deinen Typ an und diese zu finden, bedarf wohlmöglich etwas Zeit.

Manchem gefällt die Öffentlichkeit, während sie beim einem Kaffee im Trubel der Massen vor sich her tippen. Andere hingegen ziehen die Stille vor. Mit oder ohne Musik. Das bleibt dir allein überlassen.

Probiere ein wenig aus und gebe auch anderen Optionen ein paar Tage Gewöhnungszeit. Auf diese Weise entwickelst du deine eigene Schreibroutine mit individueller Schreibweise, was dich letztlich von anderen abhebt.

Wichtig ist die Kontinuität. Bleib dran und integriere tägliches Schreiben in deinen Alltag.

Die richtige Stimmung für konstanten Schreibfluss

Damit erstklassige Texte gelingen, kommt es auch auf eine passende Stimmung an. Zum Teil lässt sich die Stimmung der Umwelt in Form von motivierender Musik, Lichtern oder Düften beeinflussen.  Auf andere Einflüsse kannst du hingegen keine Kontrolle ausüben. Akzeptiere es einfach und konzentriere dich auf die Dinge, die in einem Kontrollbereich liegen.

Hier gibt es allerlei Möglichkeiten, wie du deine Umgebung gestaltet. Vergiss dabei nicht, dass es eigentlich ums Schreiben geht. Zuviel drumherum hinsichtlich der Vorbereitung lenkt nur von der eigentlichen Aufgabe ab.

4 Effekte entstehen durch taegliches Schreiben

Immer noch nicht vom täglichen Schreiben überzeugt?

Das wird schon!

Weitere Argumente bekommst du folgenden empfehlenswerten Artikeln geliefert.

Schluss

Das Schreiben zeigt mir wo ich im Leben stehe, was ich möchte und wohin mich mein Weg führt.

Es ist sozusagen Kompass, Landkarte und Gehstock zugleich. Oftmals handle ich auch einfach aus der Laune heraus. Vor allem dann, wenn mich eine Sache stark beschäftigt, dass es schwerfällt dem Grübeln nicht nachzugehen.

Ich öffne ein leeres Textdokument und fange an zu schreiben.

Über den Autor

Kevin Manthey

1 Leben als Digitaler Nomade. Ortsunabhängig arbeiten und selbstbestimmt leben.

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Wie tägliches Schreiben Deinem Leben eine Richtung gibt

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