Bildung

100 Bücher in einem Jahr: Sinn und Zweck des täglichen Lesens

Taegliches Lesen 100 Buecher in einem Jahr
Veröffentlicht von Kevin Manthey

Weißt du eigentlich wie viele der Durchschnittsdeutsche pro Jahr liest? Je nach Quelle etwa 9-12 Bücher pro Jahr. Klingt eigentlich nicht schlecht. Allerdings geben 53 % an, keines bzw. maximal 5 im Jahr zu lesen. Im Klartext: Schaffst du nur 1 einziges Buch pro Monat, hast du den Großteil deines Umfeldes bereits (zum Teil sogar mehrfach) überrundet. Vielleicht schrecken dich noch die Erinnerung an die Schulbücher zu sehr ab. Doch immerhin scheinst du ausreichend Interesse zu haben, wenn du diesen Text liest!

In diesem Artikel möchte ich dir die Angst vor dem Bücher lesen nehmen und zeigen, wie sehr du mit Büchern die Richtung deines Lebens bestimmen kannst. Außerdem verrate ich dir, wie ich es geschafft habe, lesen in den Alltag zu integrieren und warum ich 2019 mehr als 100 Bücher lesen werde.

Warum lesen so wichtig ist

Du bist was du liest.

Mithilfe von Büchern bestimmst du selbst deinen Lebensweg. Du suchst quasi selbst aus, wovon du dich beeinflussen lässt. Wie sehr das Leben vom Lesen beeinflusst werden kann, liest du in diesem verlinkten Artikel.

Außerdem steigerst du laufend den Umfang deines Vokabulars. Denn nicht nur tägliches schreiben erhöht unseren Wortschatzes. Auch beim Lesen stolperst du über viele neue Worte. Übrigens: Durch lautes Lesen gelangen die Worte so auch in den aktiven Wortschatz.

Was unser Gehirn beim Lesen so treibt

Früher galt es als Fakt, dass unser Gehirn unveränderbar ist.

Einmal dumm, immer dumm.

Mittlerweile ist man etwas schlauer geworden (es geht also doch!).

Selbst im hohen Alter produziert das Gehirn laufend neue Zellen. Es kommt halt immer darauf an, was du alltäglich so treibst. Lesen wertvoller Informationen gibt dir den Treibstoff dazu.

Stell dir ein intelligentes Haus vor, welches brennende Lichter dem jeweiligen Raum zuordnen kann. Jedes Mal, wenn nun ein Licht aktiviert wird, legt dieses Haus eine weitere Leitung zu genau dieser leuchtenden Lampe. So scheint dieses Licht von Zeit zu Zeit stärker. Während vernachlässigte Bereiche wie das Kellerlicht die Kapazität dieser Leitung spenden und die Leuchtkraft abnimmt. Ähnlich funktioniert es im Gehirn. Aktivierst du regelmäßig bestimmte Hirnregionen, so stärkst du mit der Zeit diese Bereiche.

So sind folgende Bereiche beim Lesen aktiv:

  • Großhirnrinde (vor allem das Broca-Areal)
  • Thalamus
  • Hirnstamm
  • Occipitallappen
  • Temporallappen

Es reicht auch vollkommen aus, dass du weißt, welchen Effekt es bringt.

Was dahinter steckt muss nicht unbedingt verstanden werden, um das Gehirn wachsen zu lassen. Schließlich musst du auch nicht erklären, wie Mikrowellen dein Essen erwärmen. Ein Knopfdruck reicht, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Bücher sind die Knöpfe, die du drückst, um dein Gehirn und somit deine Leistungsfähigkeit auf ein neues Level zu hieven. Denn unser Gehirn passt sich laufend den Umständen an.

Falls dein Interesse dem „Knöpfe drücken“ übersteigt, bekommst du hier weitere Informationen:

Gegenteiltag: Gründe, warum du keine Bücher liest

  • Jeden Monat neue Bücher ist auf Dauer echt teuer!

Stimmt wohl. Aber wir denken doch lösungsorientiert, oder? Im Internet gibt es genügend kostenlose Bücher und Inhalte. Die kannst du solange lesen, bis du realisiert, was Bücher für eine gute Investitionen darstellen.

  • Mir fehlt die Zeit zum lesen

Wenn Obama, Marc Zuckerberg und der Großteil vieler erfolgreicher Persönlichkeiten es schaffen, täglich zu lesen, schaffst du es sicherlich auch. Mir hat es geholfen das Lesen als festen Bestandteil eines normalen Tages zu etablieren. Das funktioniert bei mir bestens am Morgen. Daher habe ich angefangen ein wenig eher aufzustehen, um tägliches Bücher lesen in meine Morgenroutine zu etablieren. Mittlerweile hat es sich zu einer festen Gewohnheit entwickelt und ich fühle mich unvollkommen, wenn ich das Haus verlasse, ohne eine paar Seiten gelesen zu haben.

  • Ich habe keinen Lerneffekt durchs Lesen

Hörbücher stellen eine schöne Alternative da, wenn du eher so der auditive Lerntyp bist. Insbesondere Audible von Amazon erfreut sich großer Beliebtheit!

Schaue doch direkt mal rein und schließe ein kostenloses Probeabo ab:

Wie lesen: die Technik macht’s

Liest du von links nach rechts? Wort nach Wort, Buchstabe nach Buchstabe?

Es tut mir leid dich enttäuschen zu müssen, aber deine Art zu lesen ist nicht optimal und äußerst zeit- und kräfteraubend. Leider lernen wir in der Schule nur ein einziges Mal lesen, welches darauf ausgelegt ist, überhaupt erstmal lesen zu lernen. Daher schafft der Durchschnittsdeutsche pro Minute so 200 Wörter.

Wie wäre es diese Geschwindigkeit zu verdoppeln?

400 Wörter pro Minute klingt schon ganz gut. Meinst du hier ist noch Steigerungsbedarf?

Na klar!

Wie bei allem sorgt die richtige Technik für das gewünschte Resultat. Unglaubliche 720-960 Wörter pro Minute entsprechen dem Leistungsvermögen unseres Gehirns.

Speed Reading

Ich schreibe vom Speedreading. Aber keine Sorge, diese Technik geht nicht zu Lasten der Informationsaufnahme. Im Gegenteil: Mithilfe von schnellem Lesen bist du viel stärker auf das Lesen fokussiert und nimmst die Information besser auf. Vielleicht kennst du das, dass dein Gehirn beim Lesen oft abschweift und zufälligen Gedanken nachgeht.

Dein Gehirn ist beim „langsamen lesen“ schlichtweg unterfordert und flüchtet daher in diese Tagträume. Speedreading sorgt für den notwendigen Fokus, um das Beste aus Büchern rauszuholen.

Doch diese Technik bringt dich nicht nur beim Bücher lesen weiter.

Besonders im (Berufs-)Alltag ist es äußerst praktisch. Mir wurde von Kunden schon vorgeworfen, dass ich das Schreiben ja gar nicht gelesen hätte. Anfangs versuchte ich noch zu erklären, dass ich schnelles lesen gelernt habe. Doch mittlerweile habe ich es mir abgewöhnt und lasse einfach noch ein paar Sekunden verstreichen.

Nichtdestotrotz: mit Speedreading sparst du zwei Drittel deiner Lesezeit!

Um diese Technik zu lernen, empfehle ich dir „Schneller Lesen von Wolfgang Schmitz“*. Es gibt zwar auch Smartphone Apps, jedoch habe ich damit noch keine Erfahrung gemacht.

Markierungen wichtiger Textstellen

Textmarker liegen bei mir immer bereit. In dem Moment, wo du eine interessante Stelle markierst, konzentrierst du dich besonders auf diese Informationen. Dadurch signalisiert du deinem Gehirn die Botschaft „wichtig!“ und es hält diese Wortfetzen für besonders wichtig. Außerdem findest du so jederzeit interessante Themen und nützliches Wissen schnell wieder.

Neben den Textmarkern nutze ich ebenfalls bunte Klebezettel. Zur besseren Übersicht sind diese Farbig. So steht gelb für allgemein Interessantes, während rot für „sofortige Umsetzung“ steht. Dazu habe ich noch grün für Textstellen, die ich als Anregung für diesen Blog verwende und blau für ein weiteres Projekt.

Die wichtigste Lesetechnik überhaupt

Lese nur das, was du wirklich willst. Du magst das Buch nicht? Dann lege es weg. Niemand zwingt dich ungewollte (sowie unnütze) Informationen aufzunehmen.

Wir sind ja hier nicht in der Schule.

Ich habe dazu immer mindestens 10 (okay, zurzeit sogar 21) ungelesene Bücher. Somit kann ich jederzeit genau das Buch lesen, auf welches ich auch so richtig Lust habe. Denn lernen muss zwingend Spaß machen, um die besten Resultate zu erzielen.

Weitere Lesetechniken findest du auf Studienkreis.de

Wie ich begonnen habe täglich zu lesen

Zum Schluss möchte ich dir noch erzählen, wie ich zum Lesen gekommen bin.

Denn leider gehöre ich zu den Spät-Startern. Ich hatte schon einmal gehört, dass Mark Zuckerberg 2 Bücher im Monat liest. Ende 2016 (nachdem ich schon lange aus der Schule war und bereits meine Ausbildung abgeschlossen habe) habe ich endlich erkannt habe, dass Bildung einzig und allein im meinen Händen liegt. Also habe ich es mir als Ziel gesetzt, es ihm gleich zu tun.

Bis Mitte des Jahres hatte ich gerade einmal eine Handvoll Bücher gelesen. Zwar hatte ich den ganzen Tag Zeit zum Lesen, doch irgendwie verschob ich es immer. Ich brauchte eine Lösung. Also baute ich es in meine Morgenroutine ein. Beziehungsweise dies war erst der Beginn einer eigenen Morgenroutine.

Wenn du schon einmal probiert hast, eine neue Gewohnheit zu etablieren, weißt du vielleicht wie schwer das fällt. Kommen die Eigenschaften eines Morgenmuffels dazu, erhöht sich der Schwierigkeitsfaktor auf .

Daher habe ich mir 2 Wecker gestellt und neben meiner Kaffeemaschine platziert. Gezwungermaßen musste ich also jeden Morgen zum Wecker laufen. Ich schaltete die Kaffeemaschine an, ging zurück ins Bett und wartete auf den zweiten Weckruf. Ich schnappte mir den frischen Kaffee und begab mich ein zweites Mal zurück ins Bett.

Doch dieses Mal zusammen mit einem Buch.

Um ehrlich zu sein, habe ich die ersten 5-10 Minuten überhaupt nicht verstanden, was ich da aufnehme. Doch mit der Zeit wurde es besser. Heute reicht mir ein Wecker vollkommen aus. Nachdem ich meinen Bulletproof-Coffee zubereitet habe, setze ich mich aufs Sofa und lese jeden Morgen etwa 1 Stunde, bevor ich mit der Arbeit beginne.

Lesen hat mich und mein Leben (positiv) verändert. Ich hoffe mein Artikel inspiriert dich mehr zu lesen. Wir leben im Zeitalter der Informationen und heutzutage kann sich jeder seine Bildung aussuchen und eigene Träume verfolgen. Lass diese Chance nicht verstreichen und baue dir deinen Lebensweg mit Büchern, die dir wirklich weiterhelfen!

Über den Autor

Kevin Manthey

Steht auf Optimierungen und mag es produktiv zu sein. Manchmal aber auch nicht. In seinem Blog erfährst du, ob er in letzter Zeit wirklich produktiv war oder schon wieder die Zeit verschwendet!

Kommentieren

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu

100 Bücher in einem Jahr: Sinn und Zweck des täglichen Lesens

Lesezeit: 6 min
0