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Fokus, Konzentration & Deep Work: 10 Tipps für sofortigen Fokus

10 Tipps für sofort mehr Fokus
Veröffentlicht von Kevin Manthey

Fokus ist kostbar. Vermutlich neben Zeit die wichtigste Ressource unserer Zeit. Fokus-Zeiten mit einer guten Portion Konzentration sind ausschlaggebend für deinen Erfolg. Daher habe ich dir in diesem Artikel eine Liste mit Tipps für sofort mehr Fokus aufbereitet!

1) Führe nur eine konkrete Aufgabe auf einmal aus

Was zunächst leichter klingt als es ist. Manchmal mag es so scheinen man wäre produktiv. Hier ein kleine Aufgabe, dort eine Kleinigkeit. Schnell noch eine E-Mail verfassen. Oh, der Mail-Eingang müsste auch mal wieder aufgeräumt werden!

Vergiss Multitasking.

Multitasking ist der reinste Mythos. Auch Frauen sind dessen nicht mächtig. Stattdessen fokussiert sich unser Gehirn immer nur auf eine Aufgabe. Arbeitest du an zwei Aufgaben gleichzeitig, springt dein Gehirn ständig zwischen den Tasks hin und her. Im Laufe des Tages verlierst du 1/3 an Effektivität.

Ein Drittel.

Zwar hast du das Gefühl, wirklich etwas zu leisten. Doch jeder dieser Gehirn-Sprünge kostet Konzentration. Daraus resultiert schnellere Ermüdung. Konzentriere dich auf eine einzige Aufgabe und du bist schneller Ziel!

Natürlich ist auch die Art der Aufgabe ausschlaggebend.

Formuliere die Aufgabe so konkret wie möglich. Wenn du in deinem Kopf kein lautes „erledige mich!“ hörst, wenn du die Aufgabenstellung liest, machst du etwas falsch. Wir Menschen mögen es, wenn uns eine Richtung vorgegeben wird. Diesen Effekt ist auch für To-Do-Listen praktisch. Beginne den Aufgabenpunkt immer mit einem Verb. Sage dir selbst, was zu tun ist.

„Schreibe eine grandiose Einleitung für Artikel x“ klingt doch weitaus motivierender als „Einleitung schreiben.“

Oder nicht?

2) Schreibe eine vernünftige To-Do-Liste

Bei To-Do-Listen gibt es weder richtig noch falsch. Aufgabenlisten sind simpel. Du brauchst nicht einmal Regeln zu befolgen. Warte. Eine Regel gibt es doch.

Schreibe richtige Listen.

Bestimmt fragst du dich jetzt, was das bedeuten soll. Wie soll man eine falsche To-Do-Liste schreiben? Das geht leider leichter als man glauben mag. Oftmals schreiben wie viele unnötige Dinge auf unseren Listen. Irgendwie fühlen wir uns verpflichtet. Doch manchmal reicht die Motivation nicht aus. Das Resultat lautet dann oftmals:

Prokrastination.

Im Buch „The One Thing”* (klare Kaufempfehlung meinerseits!) spricht der Autor Gary Keller diese Problematik an. Seine Lösung ist recht einfach. Statt einer To-Do-Liste nutzt er eine Success List: “a list that is purposefully created around extraordinary results.”  In der Kürze liegt die Würze gilt auch in diesem Fall.

Lange Aufgabenlisten wirken im schlimmsten Fall abschreckend. Folglich leidet somit auch der Fokus. Denn jedes „nein“ kostet Kraft. Jede zusätzliche Überwindung ebenfalls.

Schaue dir deine fertige Liste an. Frage dich jetzt was du tun möchtest, könntest und besser erledigen solltest. Streiche alle „ich könnte“-Aufgaben. Lösche sie einfach und konzentrier dich aufs Wesentliche!

Wie du gute To Do Listen schreibst

Beachte folgende Punkte und deine To Do Listen betteln förmlich nach Produktivität:

  • Schreibe kurze Listen mit wenigen Punkten
  • Beginne jede Aufgabe mit einem Verb (sieh es als Befehl an)
  • Fokussiere dich auf die wirklich notwendigen Aufgaben dieses Projektes

3) Schaffe dir eine vertraute Arbeitsumgebung

Dein Gehirn liebt die Gewohnheit. Dank Konditionierung wissen wir oftmals was wir zu tun haben, auch wenn wir keine Ahnung haben warum eigentlich. Auf die Arbeit und den Fokus umgemünzt bedeutet dies, dass du sehr wahrscheinlich bessere Resultate erzielst, wenn du am gewohnten Platz arbeitest. In den meisten Fällen ist dies wohl ein Schreibtisch.

Wichtig ist, dass du dich an diesem Schreibtisch nur der Arbeit widmest. Für Freizeitaktivitäten wie Videospiele richtest du dir lieber einen eigenen Ort ein. Wenn du an deinem vertrauten Arbeitsplatz sitzt und dort wochenlang nur gearbeitet wurde, reagiert dein Gehirn dementsprechend.

Schließlich ist die Umgebung vertraut und assoziiert mit Arbeit und Produktivität. So ist der Fokus und Flow fast schon vorprogrammiert!

Nebenbei lässt sich die Umgebung noch mit vertrauter Musik oder Gerüchen einer Duftlampe steigern. Du musst dich an einem Arbeitsplatz zwingend wohl fühlen. Wenn du nicht an diesem Ort bist, fühlst du dich unvollkommen. Gestalte dein Arbeitsplatz zum Paradies und genieße den Fokus!

4) Achte auf deine Ernährung

Damit ist in erster Linie dein Blutzuckerspiegel gemeint. Halte diesen konstant und dein Fokus tut es gleich. Dazu reichen auch schon ein paar kleine Änderung. Möchtest du Erfolg haben ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, deine Ernährung selbst in die Hand zu nehmen. Ich erkläre dir in diesem Artikel nicht, was du essen sollst. Ich mache dich nur darauf aufmerksam, dass Essen ausschlaggebend für die Performance und somit auch dem Fokus ist.

Essen ist Treibstoff.

Schaufelst du nur scheiße in dich rein, kann auch nichts Gutes bei rumkommen. Ganz einfach. Falls du nun denkst, dass du deine Cola oder dein Energy Drink in eine Zero-Alternative eintauscht und das Problem somit löst: falsch gedacht. Aspartam lässt deinen Blutzuckerspiegel förmlich durchdrehen. Greife lieber zu einem guten Kaffee oder einer Tasse Tee.

5) Wirf dein Smartphone weg

Okay, ganz soweit müssen wir nicht gehen.

Das unser Smartphone Fokus- Killer Nummer 1 ist, brauch ich dir wohl nicht zu erzählen. Nicht nur dass die Handy-Nutzung unsere Aufmerksamkeitspanne schmälert, es raubt auch unglaublich viel Konzentration. Hier mal eine Benachrichtigung von einer längst vergessen App. Dort ein Bild über WhatsApp. Jeder einzelne Griff zum Smartphone kostet Energie, Fokus und Zeit.

Falls du bei der Arbeit auf dein Handy verzichten kannst, leg es am besten stumm in die Ecke. Falls du doch einige Aufgaben per Smartphone erledigst oder es als Assistant benötigst, gibt es eine Alternative.

Ich habe mir dazu eine Smartwatch besorgt und sie hat mir deutlich bei der Produktivität geholfen! Mehr dazu liest du in meinem Huawei Watch 2 Test: Produktiver mit Smartwatch?

6) Nutze Arbeitstechniken

Gewohnte Abläufe gehen schneller von der Hand, als wenn du dich jedes Mal neu in eine Aufgabe denken musst.

Eine sehr beliebte Arbeitstechnik für fokussierte Arbeiten aller Art nennt sich Pomodoro. Mehr als eine Aufgabe und einen Timer brauchst du gar nicht. Ich habe bereits viele Einheiten dieser Technik absolviert und bin jedes Mal aufs Neue erstaunt, wie fokussierter ich arbeitete.

In jedem Projekt kommen sich ähnelnde wiederkehrende Aufgaben vor. Damit du keinen Punkt der Aufgaben vergisst, kommt die Checkliste ins Spiel. Einmal erstellt lässt sie sich für viele ähnliche Aufgaben wiederverwenden. Die App MeisterTask bietet auch im kostenlosen Modus die Erstellung von Checklisten an!

Um so richtig in einen Schreibfluss zu gelangen taugt Freewriting. Im Grunde schreibst du, ohne dass du aufhörst zu schreiben. Für eine gewisse Zeit schreibst oder tippst du durchgehend. Was du schreibst ist vollkommen egal. Zumindest zu Beginn. Denn wenn die ersten 40, 50 Wörter erstmal getippt sind und der Flow sich langsam aufbaut, kommen die Themen von ganz alleine.

7) Verschwende keine Energie für Whirlwind-Aufgaben

Den Begriff „Whirlwind“ habe ich aus dem Buch „The 4 Disciplines of Execution“* übernommen, da ich ihn so treffend finde.

Unter Whirlwind Aufgaben verstehst du alles, wofür du keinen Fokus brauchst. Sämtliche kleine Aufgaben, ob regelmäßig oder einmal, die halt irgendwann mal erledigt werden müssen.

Um den E-Mail-Eingang zu sortieren ist nicht viel Fokus nötig. Dies lässt sich auch mit ein wenig Müdigkeit erledigen. Verschwende ja keine Energie, die du in dem Moment sinnvoller einsetzen könntest!

Whirlwind-Aufgaben sind wichtig und kommen jeden Tag vor. Doch meistens geht es dabei ums Organisieren. Um das Sichern des bisher erreichten. Leider bringen sie dich nicht voran.

Was dich wirklich weiter bringt sind Fokuszeit.

8) Plane Fokuszeiten

Gehe dem Whirlwind aus dem Weg und plane dir Zeiten ein, in denen du wirklich produktiv bist. In diesem Zeitfenster lässt du dich von nichts und niemanden stören. Okay, wenn es draußen ein Haus brennt darfst du kurz aufstehen und die Jalousien runterlassen. Ablenkung erfolgreich unterbunden.

Zurück zum Fokus.

Konzentriere dich auf Aufgaben, die dich und deine Projekte wirklich weiter bringen. Dazu ist Fokus notwendig. Denn nur mit der richtigen Konzentration gelingen astreine Resultate.

Blockier dir eine gewisse Zeit im Kalender und sei zu dieser Zeit Produktivität. Egal, was sich spontan ergibt. Kämpfe um den Eintrag in deinem Kalender.

Kämpfe für die Produktivität!

9) Gönne dir Ruhezeiten

Wenn du dir eine Pause gönnst, dann halte die Pause auch ein. Hör auf ständig deine E-Mails zu checken, wenn du damit sowieso nicht machst. Schließe deine Arbeit täglich ab und belasse es dabei.

Falls du dennoch Motivation hast, gehe zurück an deinen Schreibtisch.

Doch fange nicht an, auch im Wohnzimmer bei der Arbeit zu sein. Dies hilft dir nicht viel. Nutze die Zeit lieber für Entspannung. Lass die Gedanken etwas streifen, aber lenke den Fokus nicht auf anstehende Aufgaben. Stattdessen sammelst du die Kraft, für die Momente, in denen es wirklich drauf ankommt.

When you work, work hard. When you’re done, be done.

– Cale Newport, Autor von Deep Work*

10) Reflektiere deine Arbeit

Zum Abschluss kommt noch ein sehr wichtiger Punkt: Reflexion.

Nur wenn du weißt, was deinem Fokus und Workflow gut tut, kannst du es auch nutzen. Es gehört dazu sich regelmäßig Gedanken zu machen und ggf. Entscheidung zu hinterfragen. Nur so bessert sich die Produktivität.

Vielleicht wird nicht jeder Punkt dieses Artikels weiterhelfen. Doch ohne es auszuprobieren, ob es zu deinem Workflow passt, weißt du es nicht. Reflexion ist alles.

Fazit

Das wars auch schon. Ich hoffe ich konnte dir mit dieser Liste weiterhelfen und Inspiration für deinen Arbeitsalltag liefern. Sei nicht beschäftigt. Produktiv sein ist die eindeutig bessere Alternative!

Was tust du damit du einen guten Fokus aufbaust?

Über den Autor

Kevin Manthey

Steht auf Optimierungen und mag es produktiv zu sein. Manchmal aber auch nicht. In seinem Blog erfährst du, ob er in letzter Zeit wirklich produktiv war oder schon wieder die Zeit verschwendet!

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